Pluto – kein Planet mehr?!

Die Internationale Astronomenunion (IAU) hat im August 2006 neue Kriterien festgelegt, nach denen Himmelskörper, die um unsere Sonne kreisen in drei verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Nach diesen neuen Definitionen ist Pluto kein Planet mehr. Aufgrund seiner kleinen Größe sollte ihm der Planetenstatus schon seit Jahren aberkannt werden, da immer mehr Kleinplaneten entdeckt werden. Pluto ist nunmehr ein so genannter „Zwergplanet“. Das Sonnensystem endet nach diesen neuen Definitionen bei Neptun, besteht also nur noch aus 8 Planeten und ist somit wesentlich kleiner geworden. Mit in den Zwergplaneten-Status „aufgestiegen“ sind Ceres und Xena. Das ist immerhin eine sehr gute Nachricht, weil es zeigt, das weibliche Archetypen mehr integriert werden.

Der Vorstand der IAU hatte für die diesjährige Generalversammlung eigentlich die Erweiterung des Sonnensystems auf 12 Planeten auf der Tagesordnung, per Abstimmung wurde aber anders entschieden. Diese Entscheidung wurde am letzten Tag getroffen und nur noch etwa 450 von 2500 Astronomen waren bei dieser Abstimmung anwesend.
So kommt die größte Kritik vor allem aus der Reihe der Astronomen selbst, da die neuen Definitionen für einen Planeten wissenschaftlich unsauber sind. Demnach ist ein Himmelskörper ein Planet,

 

    * wenn er sich auf einer Bahn um die Sonne befindet
    * über eine ausreichende Masse verfügt, um durch seine
       Eigengravitation eine annähernd runde Form zu bilden
    * die Umgebung seiner Bahn bereinigt hat
    * und kein Mond ist.

 

Die Definition ist jedoch umstritten, da das vorletzte Kriterium nicht eindeutig ist. So hat die Erde, klassifiziert als Planet, immer noch etwa zehntausend Objekte in ihrer Bahn. Bei einer exakten Anwendung fällt auch Jupiter in die Zwergplanetenkategorie.

Inzwischen haben sich namhafte Astronomen der IAU zusammen getan und versuchen per Petition diese Entscheidung rückgängig zu machen. Ob also wirklich alle Bücher umgeschrieben werden, wird sich noch zeigen.
Interessanterweise – oder auch zu erwartender Weise – wurde der gesamte Berufsstand der Astrologen nicht zu Rate gezogen.

Pikanterweise ist ausgerechnet Pluto aber als Gott der Unterwelt bekannt. Meiner Einschätzung nach lässt sich gerade Pluto nicht einfach ohne Wirkung „aus der Familie „schmeißen“. Wie wir es aus der Familienaufstellung auch kennen, hat ein aus­gegrenztes Familienmitglied enormen Einfluss auf das gesamte System. Alles was wir unterdrücken oder ausgrenzen, wird eine verzerrte Form annehmen.

 Wie kommt es also, dass ausgerechnet jetzt von einer kleinen Gruppe der Menschheit eine solche Entscheidung getroffen wurde, die aus meiner Sicht bestimmt nicht ohne Wirkung auf die gesamte Menschheit bleibt?
Pluto war ohnehin der Zwerg unter den Planeten, allerdings seinem Wesen gemäß die Extreme liebend, mit der Wirkung eines Riesen. Pluto drückt auf Grund seiner weiten Entfernung von der Sonne durch seine lange Verweil-
dauer in einem Tierkreiszeichen Generationsthemen aus. Er ist so mit dem Massenbe­wusstsein verbunden und begleitet kollektive Entwicklungen.

Pluto ist gleichzeitig Zerstörer und Erneuerer. Er ist Luzifer, der Lichtbrin­ger. Die plutonische Urkraft können wir zum Beispiel in einem Vulkanausbruch erkennen. Auch der Anschlag auf das World Trade Center war ein sehr „plutonisches“ Ereignis (hingegen z.B. beim Tsunami eher Uranus und Neptun einen Einfluss hatten).

Um die destruktive Kraft von Pluto konstruktiv zu lenken, ist es für den Menschen notwendig, eine Reise in die eigene Unterwelt zu unternehmen, die eigenen dunklen Seiten zu integrieren. Diese Schattenintegration ist ein schwieriges Unterfangen und für viele Menschen eher bedrohlich als willkommen. Plutos Degradierung aus unserem Sonnensystem spiegelt daher, inwieweit das Massenbewusstsein für die oft von Krisen begleitete Reflektion der eigenen „Unterwelt“ nicht bereit ist.

Es ist einfach, den Terror da draußen, die Kriege die andere betreiben, die Politik die zwar reformiert aber nicht wirklich verändert etc. etc. anzuklagen. Wir kennen bei uns selbst, bei den Menschen um uns herum und in der Gesell­schaft den Widerstand gegen Veränderungen, obgleich uns deren Nutzen völlig klar ist. Oft wird dann durch diesen Widerstand die notwendige Veränderung durch explosive Ereignisse, tiefe Krisen bis hin zu Katastrophen hervorgerufen. Bis keine Wahl mehr bleibt, die Veränderung bei sich und der Welt anzugehen. Dies ist meist Plutos Werk, denn sein Anliegen ist Wahrheit. Was die Wahrheit stört wird zerstört.

Plutos Zyklen sind in den nächsten Jahren ohnehin brisant. 2007 berührt er immer wieder einen so genannten „kritischen“ Grad im Tierkreis (29° Schütze), ebenso 2008 (1° Steinbock). Er wechselt also das Tierkreiszeichen und macht von dort aus ab 2010 gleichzeitig schwierige Aspekte zu Saturn und Uranus, zu Uranus bis 2018. Zu all dem kommt jetzt noch seine „Ausgrenzung“. Er steht also meiner Einschätzung nach noch mehr im Brennpunkt.

Schwierige Konstellationen bieten immer wichtige Chancen für unsere Ent­wicklung. Plutos Zyklen können uns tief greifende Veränderungen bringen. Wenn wir also bereit sind, immer wieder das zu überprüfen, an was wir uns klammern und loszulassen, immer wieder bereit sind, uns auf unsere eigene Tiefe einzulassen, immer wieder bereit sind unsere persönlichen Kontrollmuster aufzugeben für das eine höhere Ziel, immer wieder bereit sind, unserer Seele die Führung zu übergeben, kann sich die konstruktive Kraft von Pluto ausdrücken. Das Wissen um die eigene Macht und Kraft. Dann kann sich die weiße Magie von Pluto und unsere göttliche Wahrheit ihren Weg in unserem Leben bahnen.

Pluto ist nun kein Planet mehr. Das sagt die Wissenschaft. Ich kann mir keinen Astrologen vorstellen, der ihn deshalb jetzt nicht mehr mit in Betracht zieht. Ich selbst bin gewarnt durch diese gesellschaftliche Entscheidung. Um plutonische Katastrophen in meinem Leben und der Menschen die mich umgeben zu verhin­dern und werde ich mich bemühen, mit klarer Absicht anstehende Veränderun­gen kraftvoll umzusetzen. Möge Plutos Kraft uns alle hierbei leiten!

(August 2006)

zurück