Zeitqualität für Januar

Die Zeitqualität für einen Monat oder auch für ein Jahr entsteht aus der Synergie aller astrologischen Faktoren, die sich zu einem großen Orchester vereinen. Sonne und Mond, die 9 Planeten, Chiron, Lilith, die Mondknoten und natürlich die 12 Tierkreiszeichen sind dabei weit mehr als nur Solisten in einem großen symphonischen Orchester. Sie spielen jeder für sich selbst schon unermesslich komplexe Melodien. Jeder für sich entwickelt eigene Tonarten mit sogar widersprüchliche Motiven. So vereinen sich die unterschiedlichsten, vielschichtigen Klangweisen zu einer kosmischen Symphonie, die – gleich dem Kosmos – zugleich atemberaubend schön, kaum zu verstehen und auch voller Zerstörung ist.


Und genauso ist unser Leben – zugleich atemberaubend schöne Momente und Zustände, schick-salhafte schwer verständliche Entwicklungen, beständige Trans-formation im Kampf zwischen Loslassen und Festhalten.

(Supernova, Explosion eines Sternes)

Und genau so wird sich auch das Jahr 2017 vor unseren Augen entfalten.

Neptun (stark gestellt im eigenen Domizil, den Fischen) spielt dabei auch in 2017 die tonangebende Melodie in unserer Planetensymphonie. Seine auflösenden, irrationalen, instabilen, träumenden Tendenzen sind allgegenwärtig und das eigens für ihn ausgerufene Postfaktische Zeitalter schenkt uns ein Jahr voller Möglichkeiten aber auch Risiken.

Das neue Jahr beginnt mit einem rückläufigen Merkur, optimal für Reflektionen und die Innenschau der Zeit der Raunächte. Wir können das kommende Jahr also einerseits schon innerlich gestalten – andererseits ist es aber auch hilfreich, zu Beginn des Jahres erst einmal auf das zurückliegende Jahr 2016 zurückzuschauen. In 2017 laufen die Planeten Saturn, Chiron, Uranus, Neptun und Pluto in den gleichen Zeichen wie letztes Jahr – was natürlich keinen Rückschluss darüber zulässt, das alles beim Alten bleibt. Was bleibt ist das Chaos und eine instabile Zeitqualität – zumindest global. Aber wir selbst stehen nicht da wie zu Beginn 2016. Was ist also geschehen – was ist nicht geschehen?

Welche radikalen Transformationen standen für dich in 2016 an? Was ist davon gelungen? Wie ist es geschehen? Kamen die Veränderungen von außen oder von innen? Welche dunklen Wahrheiten hast du in dir angeschaut? Welche anerlernten Haltungen und Werte konntest du loslassen? Wo hast du Widerstand geleistet? Wo steckst du fest und warum? Wo/Was hast du als Ergebnis deiner Veränderung geerntet? Was aus deinen wahrhaftigen Antworten auf diese Fragen ist deine Konsequenz für 2017? Welche radikalen Transformationen stehen für dich in 2017 an? (Pluto in Steinbock)

Welche Freiheit hast du gewonnen? Welche Konventionen hast du durchbrochen – durch welche schöpferischen Ideen? Wo hast du eine mutige Entscheidung für dein Leben getroffen? Wo hast du egoistisch deinen Willen durchgesetzt? Gab es jemand, der dir seinen Willen aufgezwungen hat? Wenn du zurückschaust auf 2016 – was willst du wirklich in 2017 erreichen? Was hindert dich, das zu tun? (Uranus in Widder)

Wieviel Raum hast du der Künstlerin in dir, dem Künstler in dir gegeben? Welchen Träumen bist du 2016 gefolgt? Wieviel Rausch hast du dir erlaubt? Vor was bis du geflüchtet? Welche Hoffnungen haben sich aufgelöst? Welche Verdrängungen wurden an die Oberfläche deines Bewusstseins gespült? Wo hälst du Trennung aufrecht und verhinderst Verbindung? Warum? Wieviel Verbindung wünscht du dir für 2017? Mit wem oder was suchst du die Verbindung? (Neptun in Fische)

Welche unheilbare Wunde in dir hast du in 2016 angeschaut? Wieviel Mitgefühl hast du für das Unannehmbare in dir selbst? Welche Heilung ersehnst du dir zutiefst für 2017? (Chiron in Fische)

Welchen Schicksalsschlag hast du in 2016 erlebt? Was aus deiner Vergangenheit sabotiert dich bis heute? Wieviel Vertrauen und Hoffnung und welche ENTSCHEIDUNG kannst du gerade aus den schwierigen Erfahrungen deines Lebens und denen des letzten Jahres für 2017 entwickeln? (Saturn in Schütze)

Welche Erkenntnissprozesse haben dir deine Beziehungen in 2016 geschenkt? Welche (dramatische) Entwicklung in deinem Leben hat dich einen Brückenschlag zu anderen Menschen hin machen lassen? Was an Horizonterweiterung hast du letztes Jahr erlebt und welche Abenteuerlust entsteht dadurch für 2017? (Jupiter in Waage)

Wieviel Zeit kannst du investieren für die Kontemplation über diese Fragen, um die verbleibende Zeit zwischen den Jahren zur Innenschau zu nutzen?

Wieviel Klarheit und Aktion kannst du selbst einbringen, dass deine Wünsche für 2017 in Erfüllung gehen?

Wieviel Gestaltungskraft wendest du für dein Leben an?

Direkt nach den Rauhnächten beleuchtet die Sonne Pluto (7.1.) und Merkur wird wieder direktläufig (8.1.) – wir können dann also gleich loslegen und unsere Weichen ins neue Jahr nach unseren inneren Zielen ordnen und stellen. Im weiteren Monatsverlauf läuft Pluto dann in neue Gradbereiche (erstmalig seit 250 Jahren, ab 17. Januar bis 20. April, 17°29 – 19° 24 Steinbock). Pluto hatte also endgültig „Bergfest“, hat die höchste Stelle im Tierkreis erklommen und bereist bis 2024 nun die zweite Hälfte dieses irdisch ausgerichteten Tierkreiszeichens. Bekanntlich ist der Abstieg eines Berges nicht unbedingt einfacher als der Aufstieg, besonders nicht in Nähe der Bergspitze und besonders nicht in schwierigem Gelände. Wir kommen jetzt also in eine Zeit, in der die Veränderungen, die das Leben und unsere seelische Evolution von uns wünscht, noch mehr Aufmerksamkeit von uns fordert. Achtsamkeit ist gefragt bei unseren einzelnen Schritten, aber auch klare Entscheidungen, große Visionen und ein starkes Selbstbewusstsein.

Zudem spielen im Januar schon die meisten astrologischen Melodien, die uns in 2017 beschäftigen werden: Jupiter Sextil Saturn, Jupiter Quadrat Pluto, Jupiter Opposition Uranus, Saturn Trigon Uranus, Saturn Quadrat Chiron und „natürlich“ das ausklingende Quadrat zwischen Uranus und Pluto. Der Januar ist also eine gute Einstimmung für uns und zeigt sogar mitunter, welche Veränderung ansteht oder was wir schon erreicht haben.

Besonders wird uns der Jupiter-Zyklus beschäftigen, der das nicht mehr exakte Quadrat von Uranus und Pluto aktiviert und zu einem großen T-Quadrat werden lässt. Wir werden uns wohl auf weitere drastische gesellschaftliche Veränderungen einstellen müssen. Nicht immer sind die positiven Ergebnisse einer Entwicklung sichtbar, während eines aktuellen Ereignisses. Ich werde diesen Zyklus in den folgenden Newslettern eingehender erläutern.

Ebenfalls besonders aktiv ist im Januar ein Quadrat von Saturn und Chiron (exakt 29.12.16, 01.05.17, 03.11.17) . Dieser Zyklus begann 1966, als beide in Konjunktion standen, damals in den Fischen. Diese Saatsituation wird in den nächsten Wochen mehrfach aktiviert, wie gesagt durch Saturn, aber auch durch Sonne, Mars und Venus. Venus wird das Quadrat von Saturn und Chiron sogar bis Ende April berühren, da sie rückläufig wird (Zyklus von 30.1.- 22.8.). Mit Saturn und Chiron müssen wir unseren Begrenzungen und Wunden begegnen. Saturn – Herrscher von Raum und Zeit – kennt Ursachen für die Blockaden und kann mit viel Mühe Besserung erarbeiten. Hingegen Chiron – Brücke in die RaumZeitLosigkeit – ist unschuldig verwundet und muss lernen, seine/unsere Verwundbarkeit zu akzeptieren und dass es für manche Wunde eben kein Heilmittel gibt.

Wenn beide im harten Aspekt zueinander laufen, ergibt sich die Chance einer Reifeprüfung. Frühkindliche Erfahrungen mit (unreifen, schwachen, lieblosen oder herrschsüchtigen) Autoritäten haben unseren Selbstwert verletzt. Daraus ergibt sich wiederum für uns eine chronische Folge von Verletzung durch Autorität und Verantwortung, Ablehnung von Autorität, Unfähigkeit oder Zwanghaftigkeit zur Autorität und (Über-)Verantwortung. Die Verletzung durch eine Saturn- und/oder Chiron-Thematik kann sich tatsächlich wie ein wunder Faden durch unser Leben ziehen. Besonders schmerzhaft trifft dies uns in Beziehungen (Liebesbeziehung, Eltern/Kindbeziehung, Kollegen, Freundschaften, …) oder in Beziehungslosigkeit. Denn entweder sind wir durch den Mangel von liebevoller Autorität nicht beziehungsfähig oder wir begegnen im Gegenüber durch das Gesetz der Resonanz ebenfalls einer Verletzung, die unsere aktiviert und erstmal auch verstärkt. 2017 ist ein Jahr, um sich mit einer tief sitzenden Unfähigkeit für gesunde Grenzen (zuviel/zuwenig) sowie Mangel an Selbstakzeptanz, -ausdruck und -bewusstsein zu stellen. Heilung bei Chiron geschieht durch Akzeptanz, Gesundung bei Saturn geschieht durch Anstrengung. Wenn es uns hier gelingt, eine gute Mischung zwischen beiden zu finden, kann dieses Jahr ein grundlegender Meilenstein in unserer Selbstentwicklung sein.

Ich freue mich, die eine oder den anderen bei meinen Vorträgen zu sehen, wo ich die Konstellationen, die Chancen, Gaben und Aufgaben von 2017 eingehender und konkreter besprechen kann (Achtung ein Termin wurde verändert, bitte anmelden!)


Krisenzeiten und Übergangszeiten sind gespickt mit Möglichkeiten – ich wünsche allen Lesern von Herzen, dass sie die ihrigen verstehen und ergreifen und daraus ein kreatives Jahr gestalten, das im eigenen Lebenslauf genau zu einem dieser wunderbaren Meilensteine wird.

Vielen Dank für euer Vertrauen und
mit herzlichen Grüßen für etliche Wunder in 2017!